Die Ausschreibung

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Ausschreibung Hans-Frankenthal-Preis 2026

Am 15. Juni 1926 wurde Hans Frankenthal in einer alteingesessenen jüdischen Familie in Schmallenberg im Sauerland geboren. Dieses Jahr würde er hundert Jahre alt werden. 

1943 wurde die Familie Frankenthal, Hans, sein Bruder Ernst und ihre Eltern Max und Adele von den Nazis nach Auschwitz deportiert. Als sie sich an der Rampe trennen mussten, forderte ihr Vater die Brüder auf, nach Schmallenberg zurückzugehen, sollten sie überleben.Hans und Ernst überlebten. Dem Wunsch Ihres Vaters zu folgen, empfanden Sie als ihre Pflicht. Sie gingen zurück unter die Tätern*innen, Mitläufern*innen und Zuschauern*innen, von denen nicht wenige sich wünschten, Schmallenberg wäre „arisch“ geblieben. 
Hans gab nicht nach, wenn er von seiner Nachbar*in die gestohlenen Möbel seiner Familie zurückverlangte oder sich am Stammtisch das Sprechen über Auschwitz nicht verbieten ließ. Er kämpfte darum, dass die ermordeten jüdischen Schmallenberger*innen nicht vergessen werden. Hans und Ernst hatten das konzerneigene KZ Monowitz überlebt. Auf den Aktionärsversammlungen der IG Farben i.A. erinnerte er die Aktionär*innen an ihre Verbrechen und forderte Entschädigungszahlungen.
Später sprach Hans davon, wie dieser Wunsch seines Vaters sein Leben schwer gemacht hat und dass er in Israel wahrscheinlich glücklicher geworden wäre. Israel blieb für ihn, wie für viele Überlebende der Shoah, ein Zufluchtsort. Er engagierte sich u. a. im Vorstand des Auschwitz-Komitees, im Zentralrat der Juden und in der Jüdischen Gemeinde Dortmund. Unbeugsam, hartnäckig, wütend setzte er sich ein für eine gerechte und friedliche Welt ohne Faschismus und Krieg.
Auf der Veranstaltung zum 100 Geburtstag von Hans Frankenthal im Oktober 2026 in Hamburg werden die Preisträger*innen ausgezeichnet.

Bitte beachten Sie zur Bewerbung die nachfolgenden generellen Informationen

Die Stiftung Auschwitz‐Komitee schreibt jährlich den Hans‐Frankenthal‐Preis aus. Vorgeschlagen werden oder sich bewerben können Gruppen, Initiativen und Institutionen, die im Sinne der Überlebenden der nationalsozialistischen Verfolgung Aufklärungs-, politische und Bildungsarbeit gegen das Vergessen und gegen nationalsozialistische und neofaschistische Bestrebungen leisten.

Durch den Preis soll entweder ein bereits durchgeführtes Projekt gewürdigt werden und den Initiator_innen die Möglichkeit gegeben werden, weitere Projekte dieser Art durchzuführen bzw. das gewürdigte Projekt zu wiederholen, oder es soll ein geplantes Projekt durch die Vergabe des Förderpreises ermöglicht werden.

    Gefördert werden Projekte,

    • die durch kulturellen oder politischen Ausdruck die Auseinandersetzung mit den genannten Themen und Anliegen anstoßen, herausfordern, fördern oder vertiefen;
    • die öffentlich durch die Art der Durchführung, Dokumentation und Verbreitung wahrnehmbar und wirksam sind und deren Inhalte in der Öffentlichkeit präsentiert werden;
    • die geeignet sind, die genannten Themen und Anliegen an Multiplikator_innen weiterzuvermitteln, oder eine möglichst breite Zielgruppe ansprechen.

    Hans Frankenthal

    Projekte, die bisher noch keine Förderung erhalten haben, werden bevorzugt.
    Die Preissumme beträgt  5.000,- €. Zur Bewerbung reichen Sie bitte eine kurze schriftliche Vorstellung des Projekts im Umfang von maximal drei A 4-Seiten per Email (hfp-bewerbung@stiftung-auschwitz-komitee.de) oder Post ein.

    Die Darstellung sollte folgende Informationen umfassen:

    Über die Gruppe / Initiative / Institution, die das Projekt durchführt

    • Wie ist die Gruppe entstanden?
    • Seit wann besteht die Gruppe?
    • Anzahl der aktiven Mitglieder / Beteiligten
    • Aktivitäten und Zielrichtungen, in die das konkrete Projekt eingebettet ist

    Zum vorgestellten Projekt

    • Welche Zielgruppe soll mit dem Vorhaben erreicht werden oder wurde bisher erreicht?
    • In welchem Zeitrahmen wird bzw. wurde das Projekt durchgeführt?
    • Welche konkreten Ziele soll das Projekt erreichen?

    Finanzierung des Projekts

    • Aufstellung der Kosten / Finanzierungsplan
    • Weitere Geldgeber

    Ergänzend können auch Bild-, Ton- oder Videodokumente eingereicht werden. Gibt es zum vorgestellten Projekt aussagekräftige Medienberichte, können diese auch beigefügt werden. Bei Verweisen auf online-Quellen stellen Sie diese bitte auch offline (PDF, Video-Datei o.ä.) zur Verfügung.

    Die gesamte Bewerbung soll inklusive der beigefügten Anlagen den Umfang von ca. zehn DIN A4-Seiten nicht überschreiten.

    Die Auswahl der Preisträger_innen erfolgt durch den Stiftungsrat. Er setzt sich aus Personen zusammen, die durch ihre Arbeit oder die Arbeit der Institution, die sie vertreten, den Themen und Anliegen der Stiftung Auschwitz-Komitee verbunden sind.